Viagra-Alternativen: Medikamente und natürliche Pflanzenstoffe

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Viagra-Alternativen: Medikamente und natürliche Pflanzenstoffe

In Deutschland leiden etwa 8 Prozent aller Männer an Erektionsstörungen, wie eine Studie der Universität Münster belegte. Es gibt an dieser Stelle viele Behandlungsmöglichkeiten, doch es muss nicht immer Viagra eingenommen werden. Es gibt alternative Medikamente mit ähnlichen Wirkstoffen, Injektionen, Zäpfen und sogar rein pflanzliche Präparate, mit denen Patienten ihre Erektionsstörungen behandeln können.

Cialis (Tadalafil)

Dieses Medikament trägt den Beinamen „Wochenendpille“, da die Wirkung bis zu 36 Stunden anhalten kann. Es handelt sich hierbei um das Präparat mit der längsten Wirkungsdauer. Deshalb ist Cialis der absolute Markführer, tatsächlich noch vor Viagra. Der Hauptwirkstoff dieses Medikamentes heißt Tadalafil und zählt zu den sogenannten PDE-5-Hemmern. Nach der Einnahme kommt es zu einer Gefäßerweiterung, wodurch die Blutzufuhr zum männlichen Glied verbessert wird. Die Funktion der Schwellkörper wird damit deutlich intensiviert. Die Wirkung beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Penis. Überall im Körper kann es nach der Einnahme von Cialis zu Gefäßerweiterungen und damit zu allgemein sinkendem Blutdruck kommen. Bei sexueller Stimulation, wird auf diesem Weg das Entstehen und Halten einer Erektion unterstützt. Nach Einnahme des Medikamentes entfaltet es etwa nach 2 Stunden seine volle Wirkung. Es können mit Cialis jedoch gleich mehrere Erektionen erzeugt werden, was das Sexualleben sehr spontan gestaltet. Das Medikament ist in den Dosierungen 5 mg, 10 mg und 20 mg verfügbar. Bei einer Leberfunktionsstörung sollte jedoch Vorsicht geboten werden. Da der Wirkstoff Tadalafil in der Leber abgebaut wird, kann die Substanz bei Vorerkrankungen länger im Blut bleiben. Vor der Einnahme, sollte die eigene Leberfunktion immer durch den Arzt überprüft werden.

Levitra (Vardenafil)

Levitra kam 2003 auf den Markt und wurde von GlaxoSchmithKline und Bayer entwickelt. Auch dieses Medikament zählt zu den PDE-5-Hemmern und trägt den Hauptwirkstoff Vardenafil. Bei einer Erektion werden die Stoffe Cyclisches Guanosinmonophosphat (cGMP) und Phosphodiesterase-5 (PDE-5) freigesetzt. Ersteres bewirkt, dass sich die Muskeln in den Schwellkörpern des männlichen Gliedes entspannen. cGMP wird durch PDE-5 abgebaut. Normalerweise stimmt das Verhältnis zwischen Produktion und Abbau.

Wenn das jedoch nicht der Fall ist, kann der Wirkstoff Vardenafil das PDE-5 hemmen und auf diesem Weg eine Erektion ermöglichen. Die Wirkung von Levitra setzt deutlich schneller ein als die von Viagra. Bereits nach 40 Minuten sind die ersten Ergebnisse spürbar.

Das schnelle Einsetzen der Wirkung kann das Sexualleben spontaner werden lassen. Andere Medikamente haben beispielsweise eine viel längere Vorlaufzeit. Nach einer Stunde ist bereits das volle Maximum an Wirkung erreicht. Die Wirkung selbst kann 5 und sogar 12 Stunden anhalten.

Erfolgt eine sexuelle Stimulation, bewirkt Levitra eine Erschlaffung der Muskulatur des Corpus Cavernosum. Im nächsten Schritt kann der Penis mit Blut gefüllt werden, was zu einer Erektion führt. Levitra ist selbstverständlich in unterschiedlichen Dosen erhältlich. Es gibt Präparate mit 5 mg, 10 mg und 20 mg.

Eine sehr fettreiche Mahlzeit vor der Einnahme des Medikamentes, kann die Wirkung jedoch stark verlangsamen. Auch auf den Konsum von Alkohol und Grapefruitsaft sollte verzichtet werden.

SKAT (Schwellkörper-Autoinjektionstherapie)

SKAT stellt die Behandlung von Potenzstörungen mithilfe von Injektionen dar. Der Name steht kurz für „Schwellkörper-Autoinjektionstherapie“. Diese Behandlungsmethode ist insbesondere bei Patienten beliebt, die mit Medikamenten in Pillenform unzufrieden waren. SKAT zeigt in jedem Fall ein sehr wirksames Ergebnis.

Die Anwendung ist jedoch etwas komplizierter. Vor dem Geschlechtsverkehr muss der Mann eine Injektion direkt in seinen Penis setzen. Dann beginnen die Wirkstoffe Aprostadil (auch Papaverin ist möglich) mit der Arbeit. Bereits nach wenigen Minuten kommt es zu einer Erektion. Diese erfolgt unabhängig von sexueller Stimulation. Die Erektion hält zwischen 30 Minuten und 3 Stunden an.

SKAT hat jedoch auch seine Grenzen. Die Anwendung darf nicht so häufig stattfinden, wie etwa Potenzpillen eingenommen werden dürfen. Zudem empfinden viele Männer eine Selbstinjektion in ihren Penis als sehr unangenehm und weniger diskret im Gegensatz zu dem unkomplizierten Einwerfen einer Tablette.

Die Injektionen haben jedoch im Gegensatz zu Potenzpillen eine viel weitreichendere Wirkung. Sogar bei Nervenschäden im Genital- oder Beckenbereich, zeigt diese Behandlungsmethode große Erfolge. Solche Schäden können etwa nach einer Prostataoperation auftreten. Betroffene Männer können mithilfe der Autoinjektionen trotzdem ein erfüllendes Sexualleben genießen, ganz ohne Komplikationen. SKAT ist jedoch auch für „normale“ Männer geeignet, die einfach nur ein schnelles Einsetzen der Wirkung haben wollen.

Zu den Nebenwirkungen zählen Blutergüsse an der Einstichstelle. Diese Methode ist daher für Menschen mit Gerinnungsstörung nicht geeignet. Auch Menschen die Gerinnungshemmer einnehmen müssen, sollten mit der Anwendung von SKAT vorsichtig sein. Bei häufiger Anwendung kann es auch zu einer Dauererektion (Priapismus) kommen.

Viagra Generikum (Sildenafil)

Neben Viagra gibt es auch sogenannte Generika auf dem Markt. Diese enthalten den gleichen Wirkstoff wie Viagra, sind aber deutlich günstiger. In der Wirkungsweise unterscheiden sich diese beiden Präparate nicht.

Die Wirkung von Sildenafil als PDE-5-Hemmer wurde von den Forschern ganz zufällig entdeckt. Ursprünglich sollte dieser Wirkstoff die Blutzirkulation im Körper anregen und damit blutdrucksenkend sein.

Nach etwa 30 bis 60 Minuten zeigt das Potenzmittel gute Ergebnisse. Das Medikament bewirkt, dass sich die Muskeln in den Aderenden im Penis entspannen können, wodurch der Blutfluss angeregt wird. Die Wirkung hält etwa 4 Stunden an und erleichtert Männern mit Potenzproblemen ihr Sexualleben. Es kommt jedoch nicht zu spontanen, unerwünschten oder dauerhaften Erektionen. Einer Erektion geht also stets sexuelle Stimulation voraus.

Doch Sildenafil hat noch ein Ass im Ärmel. Studien konnten herausfinden, dass Anwender, die das Präparat regelmäßig einnahmen, nach einem Jahr deutlich bessere Erektionen hatten. Die regelmäßige Einnahme wirkt sich positiv auf den Alterungsprozess des männlichen Gliedes aus.

Pflanzliche Alternativen

Gerade in der heutigen Zeit greifen viele Menschen zunehmend zu pflanzlichen Alternativen, anstatt zu Pharmazeutika. Selbstverständlich gibt es eine Vielzahl von Pflanzen, die auf der ganzen Welt und in verschiedenen Kulturen zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt werden.

Bischofsmütze

Hierbei handelt es sich um eine chinesische Pflanze mit dem Wirkstoff Icariin, welcher dem von Viagra sehr stark ähnelt. Auch Icariin ist ein PDE-5-Hemmer und lässt mehr Blut in den Penis fließen.

Ginseng

Bereits seit Jahrtausenden wird in Ostasien auf die Heilwirkung dieser Wurzel geschworen, und das gleich bei mehreren Leiden. In der Moderne erfolgten hierzu einige Studien, die allesamt herausfanden, dass diese Pflanze Potenzproblemen positiv entgegenwirkt. Es kann jedoch bei zeitgleicher Einnahme von Blutgerinnungsmedikamenten zu Wechselwirkungen kommen.

Ginkgo Biloba

Auch heute noch werden Erektionsprobleme in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) mit der Wurzel des Ginkgobaumes behandelt. Auch ein Sud aus den Blättern findet hierbei Anwendung.

Maca

Hierbei handelt es sich um eine Kresse-Art aus den Anden, welche in Peru bereits seit 2000 Jahren erfolgreich geerntet wird. In den Wurzeln der Pflanze kommt ein testosteronähnlicher Wirkstoff vor, welcher die Spermienqualität verbessert und die Lust erhöht. Die Wurzeln werden entweder frisch gegessen oder zu einem Pulver zerstoßen.

Damiana

Dieser Strauch kommt in ganz Amerika vor und wirkt durchblutungsfördernd auf den Genitalbereich. Deshalb gelten die Stängel und Blätter als bewährtes Aphrodisiakum und steigern nachweislich die Potenz.

Sägepalme

Bereits die indigenen Völker Nordamerikas wussten um die Wirkung dieses natürlichen Aphrodisiakums. Doch es wirkt nicht nur bei Potenzproblemen, sondern wird auch zur Behandlung einer vergrößerten Prostata genutzt.

Erd-Burzeldorn

In vielen Ländern ist diese Pflanze ein bekanntes luststeigerndes Mittel. Es lässt die Testosteronproduktion im Körper ansteigen, weshalb es von vielen Sportlern beim Muskelaufbau eingenommen wird.

Yohimbe

Dieser afrikanische Baum hat einen Wirkstoff, der sich im gesamten autonomen Nervensystem entfaltet. Dadurch wird auch die Potenz erhöht. Der Extrakt dieser Pflanze wirkt jedoch blutdrucksteigernd und kann die Wirkung anderer Medikamente, wie etwa Antidepressiva, beeinträchtigen.

Ptychopetalum olacoides

Die Indios nennen diesen Baum aus dem Regenwald sogar „Potenzbaum“. Sie zerstoßen seine Wurzeln zu einem feinen Pulver und verstärken damit ihre Erektion.