Impotenz bei Frauen

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Impotenz bei Frauen – woran es liegt

Wenn ein Mann an einer Erektionsschwäche leidet, lässt sich dieser Umstand nicht verbergen. Deshalb mag es für manche grotesk klingen, bei einer Frau von Impotenz zu reden. Zumal allgemein angenommen wird, dass Menschen immerzu Lust auf Sex haben. Vom Schlager bis zum Liebesroman wird suggeriert, dass intime Zweisamkeit das Ziel der Geschlechter ist. Dagegen geben Sexual- und Paartherapeuten eine andere Erfahrung wieder. Zunehmend suchen Frauen bei Experten Rat, weil sie einfach keine Lust mehr auf Sexualität haben.

Libidostörung an erster Stelle

Was früher bei Frauen gemeinhin Frigidität genannt wurde, wird heute treffender als Libidostörung bezeichnet. Wenn von einer frigiden Frau die Rede ist, dann ist das eine verstaubte und sexistische Formulierung, die aus jener Zeit stammt, als die „anständige“ Frau sich dem Ehemann zu fügen hatte. Die „weibliche Gefühlskälte“ galt noch bis in die 1970er Jahre als etwas Naturgegebenes. Der Unterschied zur Impotenz des Mannes liegt darin, dass Frauen auch dann den Sexualakt ausüben können, wenn sie keine Lust verspüren. Lustlosigkeit zählt beim sexuellen Desinteresse der Frauen mittlerweile an erster Stelle der Beschwerden.

Ursachen für die Lustlosigkeit

Der weiblichen Impotenz liegen unterschiedliche Ursachen zugrunde, die in Kombination auftreten können. Stress und Streit mit dem Partner fördern nicht gerade die Sinnlichkeit. Die Schnelllebigkeit im Alltag, das Hetzen von Termin zu Termin sind ebenfalls Faktoren, die die Lust am Sex eher mindern. Oftmals spielt die Geburt eines Kindes eine Rolle. Bei vielen Frauen tritt danach eine Libidostörung auf. Sexualwissenschaftler haben dafür eine biologische Erklärung parat. Solange eine fruchtbare Frau noch kein Kind zur Welt gebracht hat, ist der Hormonspiegel der Androgene und somit das sexuelle Verlangen relativ hoch. Wenn die Frau ihre „biologische Pflicht“ erfüllt hat, lässt demnach das Verlangen nach.

Alltag und Außenwelt im Widerspruch

Ein vermindertes sexuelles Verlangen wurde erst in den späten 1970er Jahren als Diagnose definiert. Hinter dem Begriff Libidostörung verbergen sich unterschiedliche Facetten, die im Einzelnen nur schwer zu greifen und zu begreifen sind. Trieb, Begehren und Fantasie zählen ebenso dazu wie Motivation und Erregung. Diese unterschiedlichen Begriffe werden wiederum unterschiedlich verstanden. Für die betroffenen Frauen kann es zu einer widersprüchlichen Wahrnehmung der eigenen Vorstellungen und dem sogenannten „Normalen“ kommen. Alltag und Außenwelt stimmen scheinbar nicht überein. So entsteht sukzessive ein Mangelgefühl, das negativen Einfluss auf die Libido ausüben kann. Neben den psychischen und psycho-sozialen Merkmalen sind es auch Krankheiten und die Einnahme bestimmter Medikamente, die das Verlangen nach Sex ausbremsen. Auch wenn die möglichen Ursachen bekannt sind, tun sich die Wissenschaftler schwer, eine Libidostörung diagnostisch exakt zu fassen. Sowohl bei der Ursachenforschung als auch bei der Behandlung gibt es abweichende Ansätze. Einigkeit herrscht nur darüber, dass es sich dabei um eine psycho-sexuelle Störung handelt, die relativ schwer zu behandeln ist.

Hormonelle Störungen

Gerade in der Zeit um die Menopause herum kann Impotenz bei der Frau auf hormonelle Störungen zurückgeführt werden. Androgen- oder Östrogenmangel sind dafür verantwortlich, dass die Lust schwindet. Auch Nebenwirkungen von Medikamenten müssen als mögliche Auslöser einbezogen werden. Antidepressiva sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Alkoholabhängigkeit und schwere körperliche Leiden sind ebenfalls mögliche Lusthemmer.

Das Verlangen im Kopf ist vorhanden

Eine Impotenz bei der Frau schließt nicht aus, dass im Kopf dennoch das Verlangen da ist. Lust lässt sich nicht spezifisch einordnen und funktioniert ähnlich wie das Essen und Trinken. Wenn es um Sex geht, leiten Sensoren in der Haut bestimmte Impulse an die Großhirnrinde weiter. Diese wiederum weckt das Belohnungs- und Gefühlszentrum. Aber nach wie vor ist wenig bekannt, wie die Lust auf Sex tatsächlich entsteht. Wann wird die Begierde zur Erregung?

Ursprung der Impotenz bei der Frau

Wenngleich über die möglichen Ursachen einer Libidostörung Einigkeit besteht, streiten die Wissenschaftler dennoch darüber, wie Impotenz bei einer Frau diagnostisch genau zu beschreiben ist. Sowohl bei der Ursachenforschung als auch bei der Behandlung gibt es daher unterschiedliche Ansätze. Während die Psychologen bei sexuellen Störungen per se einen sozialen und seelischen Hintergrund erkennen, neigen körperbezogene Sexualmediziner dazu, organische Ursachen in Verbindung mit psychischen Problemen zu sehen.

Weitere Probleme beim Sexualleben

Neben der Impotenz, also dem Verlust der Libido, können eine Reihe anderer Probleme dazu beitragen, die Freude am Sexualleben zu mindern oder ganz zum Erliegen zu bringen. Ein Beispiel dafür ist eine trockene Scheide. Sowohl die Frau als auch der Mann leiden darunter, da der Sex dadurch Schmerzen verursacht. Mit Hilfe eines Gleitgels lässt sich dieses Problem in den meisten Fällen auf einfache Weise lösen. Dennoch gibt es viele Frauen, die während des Geschlechtsverkehrs Schmerzen empfinden, die so ausgeprägt sind, dass sie jegliches Lustempfinden verhindern. Hier kann nur ein Besuch beim Frauenarzt helfen. Nur er kann den Grund der Schmerzen ausloten und eventuelle Folgeschäden vermeiden.

Impotenz bei der Frau therapieren

Welche Art von Therapie bei einer Libidostörung bei der Frau angewandt wird, setzt voraus, die Ursachen auszuloten. Handelt es sich um psychische Gründe, ist eine andere Therapie erforderlich als bei der Impotenz einer Frau, die an Diabetes erkrankt ist. Jede Therapie erfordert Geduld. Selten lassen sich die Ursachen auf Anhieb erkennen. Der falsche Weg ist, auf das Prinzip Hoffnung zu setzen. Das Problem wird sich auf keinen Fall von selbst lösen. Wer auf ein erfülltes Sexualleben hofft, muss professionelle Hilfe annehmen.

Impotenz bei Frauen erfolgreich behandeln

Da eine Libidostörung schwierig zu diagnostizieren ist, stellt sich die Frage, ob Impotenz bei Frauen überhaupt erfolgversprechend behandelt werden kann. Einfach wäre es, wenn eine Frau mit fehlender Libido lediglich eine Tablette einwerfen müsste. Das funktioniert leider nicht. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die Libidostörung zu bekämpfen. Wichtig ist es, sich nicht selbst permanent unter Druck zu setzen. Gerade der innere Druck kann ein großes Problem sein. Wenn dann noch der Partner seinen Frust ablässt und zusätzlichen Druck mit Sprüchen aufbaut wie „Früher warst du eine Granate im Bett“, dann ändert das nichts an der Libidostörung.

Sensibilität und Fantasie

Die Sensibilität des Partners ist gefragt. Fantasie kann ebenfalls ein guter Helfer sein. Fast immer ist die Libidostörung erworben, wie es die Therapeuten ausdrücken. Das heißt, früher hat der Sex Spaß gemacht. Der erotische Appetit muss wieder angeregt werden. Sex an einem außergewöhnlichen Ort oder ein inszeniertes Rollenspiel können Wunder bewirken. Das geschieht aber nicht von heute auf morgen. Offene Gespräche mit dem Partner und ein schrittweises Vorgehen, ohne sich erneut unter Druck zu setzen, sind die Voraussetzung für den mittelfristigen Erfolg. Die Ruhe bewahren und sich selbst die nötige Zeit geben sind unbedingt erforderlich. Ein Paartherapeut kann unter Umständen Hilfestellung geben. Darüber hinaus kann jede betroffene Frau zusätzlich auf Medikamente zurückgreifen, die die Libido steigern. Frauen sind in diesem Fall gegenüber den Männern im Vorteil. Im Gegensatz zu den Männern haben sie mit ihrem Frauenarzt beziehungsweise der Frauenärztin bereits ein über Jahren gehendes vertrauensvolles Verhältnis. Das erleichtert es, das Problem anzusprechen. Der Arzt kann mit der Patientin die Ursachen abklären und die entsprechenden Maßnahmen einleiten. Keine Frau sollte sich scheuen, offen über ihre Libidostörung zu reden, denn Impotenz bei Frauen ist längst kein Tabu mehr.