Hilfe von Spritze und Pumpe bei Impotenz

TEST SUBTEXT

Helfen Vakuumpumpe, Penisring oder die Spritze bei Erektionsstörungen?

Nicht immer konnten Betroffene auf medizinische Hilfsmittel zurückgreifen - vor Jahren gab es ausschließlich nur manuelle Geräte, wenn es um die Behandlung der erektilen Dysfunktion ging. So war die Vakuumpumpe, die in Verbindung mit dem Penisring verwendet wurde, lange Zeit das einzige am Markt zur Verfügung stehende Hilfsmittel. Natürlich haben die manuellen Produkte nicht für den gewünschten Erfolg gesorgt - sie waren deutlich unzuverlässiger als die heutigen Präparate, die es etwa in Tablettenform gibt. Zudem war die Handhabung der manuellen Hilfsmittel auch gar nicht so unkompliziert. Bei falscher Anwendung sind einige der heute noch zu verwendenden manuellen Hilfsmittel sogar eine Gefahr für die Gesundheit.

Eine weitere Möglichkeit, wie heutzutage gegen die erektile Dysfunktion vorgegangen werden kann, ist die SKAT Therapie. In diesem Fall wird dem Betroffenen ein Wirkstoff direkt in den Schwellkörper injiziert. Das Medikament, das den Namen Prostaglandin E1 trägt, wird also direkt in den schlaffen Penis gespritzt - rund zehn Minuten nach der Behandlung kommt es zum gewünschten Effekt: der Penis wird steif. Aufgrund der Tatsache, dass eine Injektion, die direkt in den Schwellkörper verabreicht wird, automatisch mit Schmerzen in Verbindung gebracht wird, ist es für viele Betroffene wohl eine wirklich große Überwindung. Doch die Injektionsnadel ist extrem dünn - der Einstich ist daher fast nicht zu spüren.

Wer auf den Wirkstoff nicht verzichten will, jedoch keine Lust auf eine Injektion in seinen Penis hat, der kann sich auch für die Minitablette entscheiden. Warum es den Wirkstoff nur in einer Minitablette gibt? Die Tablette wird nicht geschluckt, sondern mittels einer speziellen Vorrichtung in die Harnröhre des Betroffenen geschoben. Nach 20 Minuten tritt die - verglichen mit der Injektion - deutlich schwächere Wirkung ein. Zu beachten ist, dass diese Therapieart, die man auch unter der Bezeichnung MUSE kennt, jedoch Schmerzen verursacht und daher von vielen Betroffenen schon im Vorfeld abgelehnt wird.

Wie hilfreich sind der Penisring oder die Vakuumpumpe?

Mittels Vakuumpumpe wird ein Unterdruck erzeugt, sodass das Blut, das sich im Unterleib befindet, direkt in den Penis „gedrückt“ wird. Die Handhabung ist recht simpel: Der Penis des Mannes wird in die offene Plastikröhre gesteckt, danach betätigt man die Pumpe und beginnt einen Unterdruck zu erzeugen - jetzt fließt das Blut aus dem Unterbleib direkt in den Schwellkörper, sodass es zu einer Erektion kommt. Ist der Penis erigiert, so kann nun um den Gliedansatz der Penisring angebracht werden. So wird verhindert, dass das Blut, das vom Unterleib in den Penis „gedrückt“ wurde, rückfließen kann - die Erektion bleibt also aufrecht. Der Penisring ist auch dann ein interessantes Hilfsmittel, wenn eine Erektion zwar noch von alleine, also ohne weiteres Hilfsmittel, möglich ist, jedoch nicht so lange wie gewünscht gehalten werden kann. Natürlich werden Penisringe aber auch zur Luststeigerung oder für eine verbesserte Ausdauer verwendet.

Heute gibt es schon zahlreiche Modelle. So gibt es Ringe, die gleichzeitig um den Penis und um die Hoden getragen werden. Zudem gibt es auch spezielle Aufsätze, sodass auch die Partnerin gleichzeitig stimuliert werden kann. Das heißt, Penisringe, die eingebaute Vibratoren haben, sind heutzutage keine Seltenheit mehr und sorgen dafür, dass es zur Stimulation der Klitoris kommt.

Wichtig ist, dass man einen Penisring in der „richtigen Größe“ erwirbt. Empfehlenswert sind - vor allem für den Anfang - dehnbare Penisringe aus Silikon, die problemlos auf (fast) jeden Penis passen. Wer sich für ein gehärtetes Material entscheidet, der muss unbedingt darauf achten, dass er die richtige Größe kauft - somit sollte vor dem Kauf unbedingt der Durchmesser des erigierten Glieds gemessen werden.

Welche Gefahren wie Nebenwirkungen müssen bei der Verwendung eines Penisrings berücksichtigt werden?

Man sollte - auch bei einer erektilen Dysfunktion - den Penisring nie länger als 30 Minuten tragen. Kommt der Penisring länger zur Anwendung, so sind Durchblutungsstörungen möglich. Zudem geht es auch um die Größe - ein zu enger Ring kann ebenfalls für Verletzungen sorgen. Vor allem dann, wenn es sich um ein gehärtetes Material, also um Holz oder Metall handelt, sollte man besonders vorsichtig sein. Befindet man sich in der ausgesprochen unangenehmen Situation und bekommt den Penisring nicht vom erigierten Penis, so ist es wichtig, dass sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird. Der Arzt wird die Erektion in weiterer Folge stoppen und den Penisring entfernen. Nur dann, wenn hier rechtzeitig reagiert wird, kann eine nicht zu unterschätzende Durchblutungsstörung verhindert werden.

Ist eine Operation eine Alternative?

Vorweg: Operationen sind bei Erektionsstörungen die absolute Ausnahme und werden von den behandelnden Ärzten ausschließlich als letzte Möglichkeit gesehen - die Operation ist daher keine richtige Alternative, sondern der letzte Versuch, wenn es um die Behebung der erektilen Dysfunktion geht. Bei diesem Eingriff kommt es zunächst zur Abtragung des Schwellkörpergewebes, sodass in weiterer Folge ein künstliches Material eingesetzt werden kann.

Die hydraulische Variante

Bei der hydraulischen Penisprothese wird vor dem Geschlechtsverkehr mittels Pumpe eine Flüssigkeit in den Penis geleitet. Aufgrund der Tatsache, dass im Zuge des Eingriffs Schläuche gelegt wurden, mit denen das in der Leiste liegende Reservoir gefüllt werden kann, kommt es dann in weiterer Folge zur Erektion. Der Penis wird durch die Flüssigkeit „aufgepumpt“; nach dem Geschlechtsverkehr kann man die Flüssigkeit einfach ablassen, sodass auch die Erektion wieder verschwindet.

Die Stabprothese

Bei der Stabprothese handelt es sich um eine ausgesprochen seltene Variante, die nur in den wenigsten Fällen zum Einsatz kommt. Der Penis bleibt, aufgrund des eingelegten Stabs, in einem dauererigierten Zustand. Eine Lösung, die für viele Männer nicht in Frage kommt, weil sie wenig ästhetisch ist - schlussendlich kann es nicht der Wunsch des Mannes sein, mit einem ständig erigierten Glied durch die Gegend zu laufen. Zudem besteht die Gefahr, dass die Schwellkörperhaut durchbricht. Auch können Entzündungen oder Unverträglichkeitsreaktionen dafür sorgen, dass das Implantat wieder entnommen werden muss.

Gibt es eine sichere und empfehlenswerte Alternative?

Wer an einer erektilen Dysfunktion leidet, der sollte immer die Ursache abklären lassen. Ganz egal, für welches Hilfsmittel man schlussendlich entscheidet, geht es darum, mitunter die Ursache des Problems im Vorfeld (oder nebenbei) zu behandeln.

Ja. Heute gibt es mit Viagra und Cialis zwei pharmazeutische Potenzmittel, die durchaus eine sichere wie zudem auch empfehlenswerte Alternative gegenüber der klassischen Vakuumpumpe geworden sind. Doch warum überzeugen die pharmazeutischen Produkte? Einerseits sind die Nebenwirkungen harmloser als jene, die im Zuge der Verwendung eines Penisrings auftreten können, andererseits kann der Mann sicher sein, dass die Medikamente auch tatsächlich für den gewünschten Erfolg sorgen.

Hat der behandelnde Arzt im Zuge diverser Untersuchungen festgestellt, dass der Gesundheitszustand des Betroffenen als unbedenklich eingestuft werden kann, wenn es um die Einnahme von Cialis oder Viagra geht, so sollte man sich für diese Präparate entscheiden und die Vakuumpumpe oder den Penisring entsorgen.