Erektionsstörungen im Alter

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Diagnose, Verlauf und aktuelle Studienergebnisse

Die Erektionsfähigkeit wird von verschiedenen Faktoren sowohl positiv als auch negativ beeinflusst. Gerade der Alterungsprozess wirkt sich ganz natürlich auf die Potenz des Mannes aus. Dieser Zusammenhang ist in zahlreichen Studien gut belegt. Ein höheres Alter begründet allerdings noch keine Erektionsstörung. Egal in welchem Lebensabschnitt man sich befindet, eine Erektionsstörung sollte immer ärztlich abgeklärt und behandelt werden.

Wie verändert sich die Erektionsfähigkeit im Laufe des Lebens?

Studienauswertungen zeigen: Erektionsstörungen nehmen mit dem Alter zu. Unter den 20- bis 30-Jährigen klagen 2,4 Prozent über Erektionsprobleme. Bei den 40- bis 50-Jährigen sind es bereits 19,8 Prozent, und bei den 60- bis 70-Jährigen steigt der Anteil auf 67 Prozent. Natürlich ist im Alter grundsätzlich mit einer Abnahme der Erektionsfähigkeit zu rechnen. Doch der Alterungsprozess ist nicht immer der Grund für Erektionsprobleme.

Da die Erektionsfähigkeit eng an einen gesunden Stoffwechsel und ein funktionierendes Herz-Kreislauf-System gekoppelt ist, können Erektionsstörungen auf andere Erkrankungen hindeuten. In Frage kommen zum Beispiel Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine gestörte Funktion der Schilddrüse oder Diabetes. Auch ein Herzinfarkt kann sich mit einer zunehmenden Unfähigkeit zur Erektion ankündigen. Erektionsprobleme sind ab einem gewissen Alter also auch deswegen häufiger zu erwarten, weil generell das Risiko für die genannten Erkrankungen im Alter signifikant steigt.

Die Sexuelle Aktivität geht in allen Altersgruppen zurück

Vor diesem Hintergrund sollte eine weitere Entwicklung beachtet werden: In den vergangenen 30 Jahren hat die sexuelle Aktivität unabhängig vom Lebensalter deutlich abgenommen. Zwar liegt ein Grund dafür in der gestiegene Lebenserwartung und folglich dem höhere Durchschnittsalter in der Gesellschaft. Es hat sich jedoch gezeigt, dass auch die jüngere Generation nicht mehr derart sexuell aktiv ist wie in den vergangenen Jahrzehnten. Kamen die 18- bis 30-Jährigen zunächst auf durchschnittlich bis zu 22 Mal Beischlaf im Monat, sind es heute lediglich noch vier bis 10 Mal monatlich. Im selben Zeitraum kam die Gruppe der 41- bis 50-Jährigen von sechs bis zehn Mal auf lediglich zwei bis drei Mal sexueller Aktivität pro Monat.

Generell hat also die Libido in sämtlichen Altersgruppen deutlich abgenommen. Sexuelles Verlangen und Erektionsfähigkeit hängen dabei oft zusammen, so dass häufig dieselben Gründe für ein Abnehmen sowohl der Libido als auch der Potenz in Frage kommen. Als Ursache kommt besonders ein ungesunder Lebensstil in Frage. Dadurch ausgelöste Erkrankungen wie Diabetes und ein anfälliges Herz-Kreislauf-System können somit bereits bei jüngeren Männern für Erektionsprobleme verantwortlich sein.

Neben körperlichen Grunderkrankungen kommt auch Stress als Auslöser in Frage, besonders für die Gruppe berufstätiger Männer. Diese fühlen sich häufig durch die Doppelrolle als Familienversorger und Berufstätiger einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt, die sich auch auf die Potenz auswirkt. Beeinträchtigungen der Erektion bis hin zur Unfähigkeit, überhaupt eine Erektion zu haben, können dann die Folge sein. Solche psychisch bedingten Erektionsstörungen machen etwa 18 Prozent der Fälle aus (Mehr dazu unter: Psychisch bedingte Ursachen von Impotenz).

Gesundheitsbewusstsein erhält die Erektionsfähigkeit

Wer von Jugend an auf einen gesunden Lebensstil achtet, mindert nicht nur die Wahrscheinlichkeit, später einmal unter Erektionsstörungen zu leiden, sondern auch das Risiko für eine ganze Reihe anderer schwerer Erkrankungen. Sich bewusst zu ernähren und regelmäßig zu bewegen ist hierbei genauso ausschlaggebend wie der Verzicht auf das Rauchen und ein maßvoller Alkoholkonsum. Selbst im fortgeschrittenen Alter können diese Maßnahmen dabei helfen, die eigene Erektionsfähigkeit zurück zu gewinnen. Zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil gehört auch, medizinische Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. So können Grunderkrankungen, die eine Erektionsstörung begünstigen, früh erkannt und behandelt werden.

Erektionsstörung – wann zum Arzt?

Die Ursachen einer Erektionsstörung sollten in jedem Alter von einem Arzt abgeklärt werden. Gerade ältere Männer müssen eine Erektionsunfähigkeit nicht als normal akzeptieren. Auch wenn die Hemmungen, beim Auftreten einer Erektionsstörung den Arzt aufzusuchen, sehr hoch sind – wenn die eigentliche Ursache gefunden wird, überwiegt die Erleichterung.

Eine einmalig oder gelegentlich auftretende Erektionsstörung ist noch kein Grund zur Sorge. Fachleute sprechen dann von einer Erektionsstörung, wenn innerhalb von drei Monaten bei der überwiegenden Mehrheit der Penetrationsversuche keine ausreichende Erektion ausgebildet werden konnte. Auch eine sich erst nach und nach offenbarende Erektionsstörung sollte abgeklärt werden. Suchen Sie daher schon beim ersten Verdacht Ihren Hausarzt oder einen Spezialisten (Urologe) auf.

Ihr Arzt bespricht gemeinsam mit Ihnen die passende Therapie und verschreibt Ihnen dazu passende Medikamente oder andere Behandlungs-Optionen. Wichtig ist dabei auch, das gemeinsame Gespräch mit der Partnerin zu suchen. Erektionsstörungen und die psychische Belastung, die sich daraus ergibt, betreffen schließlich beide Partner – in jedem Lebensalter.